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Info-Stand zum weltweiten Aktionstag
Der Vegetarierbund Deutschland e. V. hat in diesem Jahr zu Aktionen anlässlich des weltweiten Aktionstages „Meatout 2006 – fleischlos genießen“ aufgerufen. Dieser Aufforderung sind wir sehr gerne gefolgt.
Das erste Mal konnten wir uns diesmal darauf konzentrieren, die Dachauer Bürger nicht nur mit traurigen Szenen und nachdenklich machenden Info-Blättern zum Überdenken ihrer Essgewohnheiten zu bewegen. In liebevoller Kleinstarbeit wurden Lose für eine Tombola gebastelt. Die Lose waren selbstverständlich umsonst, so dass interessierte Passanten eine der vielen veganen Leckereien gewinnen konnten.
Eva, Melanie, Miriam, Donna, Eva, Steffi (von links nach rechts)
Alex hat den Tag als einziger Mann inmitten von Frauen sichtlich genossen!
Der Andrang am Stand war groß, viele Menschen kamen, um uns viel Erfolg zu wünschen, andere sprachen mit uns über ihre längst gefällte Entscheidung, sich vegetarisch zu ernähren. Viele gaben gesundheitliche Gründe an, bei anderen wiederum war – wie auch bei uns – das Mitleid die auslösende Kraft. Eine Dame, die selbst schon jahrelang Tierschutzarbeit leistet und vor kurzem nach Dachau gezogen ist, äußerte uns gegenüber ihre Freude zu sehen, dass es sogar hier in Dachau Tierrechtler gibt. Sie hatte eigens zum Verteilen ältere Ausgaben der Zeitschrift „Vegetarisch fit“ mitgebracht, damit diese anderen zum Nutzen seien. Wie positiv sich eine pflanzliche Kost auf Körper (und Geist) auswirkt, konnten wir am Beispiel einer Rohköstlerin sehen, die kurz bei uns Halt machte. Einwandfreie Haut, klarer Blick, große Ausstrahlung – im Gegensatz dazu bekamen wir viele fett gefressenen, aufgedunsenen und unästhetische Fleisch(fr)esser zu Gesicht…
Die vegetarischen Kauknochen, die wir an Hundehalter verschenkten, wurden gerne angenommen. Steffi, die Inhaberin des RADIX-Versandes, hatte sogar noch weitere vegane Hundekekse mitgebracht, die ebenfalls an Hundehalter bzw. ihre vierbeinigen Freunde verschenkt wurden.
Melanie verteilt fleißig Info-Material
Die meisten, die vegane Köstlichkeiten bei der Tombola gewannen, waren sehr neugierig und freuten sich darauf, die Brotaufstriche, Tofu-Würstchen und Soja-Schnetzel auszuprobieren. Großes Lob gab es auch für unser Info-Material zur Nichtraucherkampagne. Die meisten sprachen sich deutlich für rauchfreie Gebäude (insbesondere Restaurants und Bahnhöfe) aus. Es ist eigentlich unglaublich, dass nicht zumindest zum Schutz von Kindern längst einheitliche Rauchverbote in Restaurants und ähnlichen Einrichtungen gelten. Deutschland glänzt hier einmal mehr mit einem der letzten Plätze, wenn es um das Wohl der Allgemeinheit geht.
Der Inhaber des Reformhauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite bat um reichlich Info-Material, um es bei sich im Laden auslegen zu können. Als ich mich später persönlich bei ihm bedankte und kurz die Ignoranz vieler Bürger erwähnte, lächelte er nur schwach und meinte, das kenne er nur zu gut. Tierfreunde nennen sich viele – ihr Konsumverhalten beweist jedoch das genaue Gegenteil…
Zu meinen, dass wir nur positive Reaktionen gehabt hätten, wäre – gerade in Dachau – sicher zu viel verlangt. Eine fette, ungepflegte Frau im alten, modrigen Pelzmantel (so eng, dass sie kaum einen Knopf zubrachte) meinte, unseren Stand stören zu müssen, indem sie mit feuchter Aussprache nicht aufhören wollte, uns zu unterstellen, dass auch wir allmorgendlich Wurst und Käse zu uns nähmen. Wir forderten sie mehrmals auf, einfach weiterzugehen, zum einen wegen ihrer widerlich feuchten Aussprache, zum anderen, weil sie keiner zwinge, sich zu informieren und zudem andere Leute durch ihre ungepflegte Art abschrecken könnte; vom Ekel, den sie bei uns mit ihrer Pelzkutte auslöste, ganz zu schweigen. Es dauerte lange, bis wir dieses Balg los waren und noch so mancher unserer Aktivisten musste sich die Boshaftigkeiten dieses alten Scheusals gefallen lassen.
Die erste Besucherin (rechts) am Stand. Sie schaute sich zwar ein wenig um, war aber weder an der Tombola noch an kostenlosem Info-Material interessiert. Eine der typischen Durschnittsbürger, von denen es in Dachau leider mehr als genug gibt. Bloß nicht zu viel nachdenken, man könne ja von selbst auf die Idee kommen, seinen Lebenswandel aus Barmherzigkeit ändern zu müssen... Der junge Mann in der Mitte ist der Vegetarier Wolfgang von der Dachauer Reggae-Band „Rainbow-Soundsystem“, der eigens zum Stand kam, um uns zu treffen.
Ein Pärchen kam an unseren Stand, beide sahen alles andere als gesund aus: großporige, gerötete Gesichtshaut, schlechte Zähne, labbrige Kleidung. Auch ihnen boten wir Lose und Informationen an. Der Mann (der auf mich wie ein Junkie wirkte) meinte nur arrogant: „Ach, seid´s Veganer, deshalb seid´s alle so blass.“ Derlei Vorurteile, die nur bezwecken sollen, uns zu verletzen, sind mit der Zeit so langweilig und abgedroschen, dass man sie nicht mehr hören kann. Als Veganer darf man nicht einmal niesen, geschweige denn hellhäutiger Natur sein, ohne dass man solch einen Unsinn zu hören bekommt. In meinem Fall sollte klar sein, dass ich als sommersprossiger Mensch mit hellen Haaren kaum zu Bräune neige. Auch Miriam aus München ist ein sehr hellhäutiger Typ, davon abgesehen waren wir die beiden einzigen, denen man „ungesunde“ Blässe unterstellen könnte.
Eindrücke der zu gewinnenden Preise unserer Tombola
Eine alte und sehr dicke Frau im Lodengrün warf Alex in einer Diskussion nur den geistreichen Spruch hin: „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!“ Keine Frage – damit hat sie Recht, aber eben nur, solange das „Stück“ Fleisch noch lebt. Wie dumm müssen Menschen sein, wenn sie Werbesprüchen der CMA oder Pharmaindustrie mehr Glauben schenken als Menschen, die sich ernsthaft mit Ernährung und Ethik befassen?
Sie wollte schon weitergehen, als ich mir es nicht verkneifen konnte ihr hinterherzurufen: „Wenn Sie einerseits solche Bilder nicht sehen können, ist es doch eine große Doppelmoral, wenn sie die Entstehung solcher Bilder mit ihrem Konsum unterstützen!“ – Daraufhin drehte sie sich nochmals um und schleuderte mir entgegen, es sei kein Wunder, wenn man uns nicht zuhöre, wenn wir so aggressiv seien. Ich war sehr erstaunt, denn nur weil ich ihr die Wahrheit vor Augen hielt – eben ihre Doppelmoral – bin ich noch lange nicht aggressiv! Die Dame hatte vermutlich erwartet, für ihren Spruch auch noch über den Kopf gestreichelt und als „Armes Hascherl“ getröstet zu werden. Damit konnten wir nun wahrhaftig nicht dienen.
Sprich – diese Person isst quasi aus Trotz über die „aggressiven Tierschützer“ weiterhin Fleisch. Diese Frau mit ihrer ganzen verlogenen Einstellung war der Super-Gau des Tages. Manche Leute sollten einfach nur den Mund halten, ehe sie sich mit einer Aussage derart selbst bloßstellen…
Zu guter letzt hat eine Passantin uns doch glatt mit einer Lebensmittelausgabestelle verwechselt. Sie zog beim ersten Mal gerne ein Los, nahm den Gewinn (Tofu-Gyros) gerne entgegen, war aber nicht an Info-Material interessiert. Es war schon da offensichtlich, dass die Dame sich kaum Gedanken darüber macht, wo ihr Fleisch herkommt... Kurze Zeit später kam sie erneut zum Stand und wollte nochmals ein Los ziehen. Ich war leicht angenervt und meinte zu ihr, wir seien doch keine Sozialstation, denn sie sei offensichtlich an Lebensmitteln interessiert, Info-Material wolle sie nicht einmal ansehen, obwohl sie das gerne reichlich mitnehmen könne. Sie beließ es wieder dabei, was mir auch recht war. Nur um die Leute durchzufüttern, dafür war mir das alles dann doch zu schade.
An dieser Stelle möchten wir unseren aufrichtigen Dank an alle unsere Unterstützer bei dieser Aktion aussprechen:
TOPAS / Wheaty
Topas hat uns einen großen Karton an Hanfwürstchen, Brotbelägen, Gulasch und „Döner“ überrascht. Außerdem lagen viele kleine Kochbücher zum Ausprobieren dabei. Viele Passanten kannten die Hanfwürstchen bereits und schwärmten davon!
ZWERGENWIESE
Vegane Brotaufstriche in 3 Geschmacksrichtungen wurden uns von Zwergenwiese geschenkt, dazu reichliche Informationen zu den Produkten. Die Aufstriche wurden bei der Verlosung mit großer Freude entgegengenommen.
Vivani
Vegane Zartbitterschokolade in kleinen Täfelchen versüßten den Tag für diejenigen, die keinen Brotaufstrich oder kein pflanzliches Fleisch gewonnen hatten. Vivani ist die Rettung für die, die es süß lieben, aber keine Milchprodukte zu sich nehmen.
Radix-Versand
Steffi, die oben bereits erwähnt wird, hat außer veganen Hunde-Keksen auch Kosmetikproben von TOL mitgebracht, um vor allem interessierten Frauen hiermit eine Freude zu bereiten.
Aktiv Rauchfrei
Die Informationen zum Nichtraucherschutz wurden uns von Claudia und Peter sowie von Klaus Lages zur Verfügung gestellt. Wir möchten hier besonders auf den „Beschwerdeautomat“:
http://www.aktiv-rauchfrei.de/letter.php
Ralf Schmidt hat uns mit einem Riesenpaket an Flugblättern unterstützt – an dieser Stelle auch Dir ein herzliches Dankeschön, Ralf!
Wie schon so oft hat auch Peta Deutschland e. V. uns ebenfalls mit Info-Material versorgt. Auch unseren Freunden von Peta daher aufrichtigen Dank! Wir sind stolz, Euch durch unsere Aktionen unterstützen zu dürfen!
Enttäuscht haben uns folgende Firmen, die auf meine Bitte nach Produktproben oder Info-Material zum Verteilen nicht reagiert haben – und das, obwohl wir mit unserer Aktion auch sie durch neue Kunden unterstützt hätten. Es kamen nicht nur weder Proben noch Info-Broschüren, nicht einmal eine Antwort... Die meisten Produkte der einzelnen Firmen verwenden wir bzw. Vegetarier und Veganer regelmäßig, was die Sache noch enttäuschender macht, vor allem im Vergleich zu den prompten und umwerfenden Reaktionen der oben genannten Unternehmen.
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